Man kann einiges aus den aktuellen EZB-Beschlüssen und Verkündungen gewinnen und ableiten. Und das, obwohl diese Sitzung so etwas untypisch im Vergleich zum sonst gewohnten Prozedere gewesen ist. Natürlich gibt es in der Presse so ganz Schlaue, die vermelden, mit der jetzigen Entscheidung habe der Sparer das Nachsehen. Da sage ich doch nur, schönen guten Morgen. Der Sparer hat das Euro-Problem bereits seitdem die vermaledeite Währung eingeführt worden ist und keinen Tag später.

Kurz gefasst: Wachstumsaussichten und Inflationsausblick sind ordentlich nach unten korrigiert worden. Und der Bankensektor bekommt eine Krücke an die Seite, diese aber erst im September 2019.

 

Das die EZB zu dieser Adhoc-Maßnahme greift und das auch noch in eher ungewohnt schnellem Tempo, gewährt einen tieferen Einblick in die Gedankenwelt der Ratsherren im Frankfurter Geldpalast. Dagegen rätselhaft bleibt das Verhalten des Euro-Kurses ansich. Aber eines nach dem anderen.

Als Bonus hat sich Draghi dann auch noch verquatscht bzw. etwas preisgegeben, was er sonst stets vermieden hat - etwa Absicht?

 

Das Draghi tatsächlich ein neues Banken-Hilfsprogramm eröffnet, hat mich persönlich etwas überrascht. Es zeigt aber, dass in 2019 gewichtige Veränderungen anstehen und wie ja schon ausgeführt, eben der Bankensektor dies mittragen muss. Ein zweites 2008 ist nicht zulässig. Stellt sich die Frage, ob der Startpunkt September nicht doch zu großzügig gewählt ist?

Interessant ist, dass seit Anfang 2019 Schlagzeilen und "Warnmeldungen"  in größerer Frequenz vermeldet werden, die dem Vorfeld der Lehman-Krise so verdammt ähnlich sind. Ist das nun begründet oder einfach nur klickgeile Panikmache von ahnungslosen Dummschwätzern? Natürlich kommt im Zuge der allgemein geäußerten Verdunkelung die USA auch nicht zu kurz. Wie schön, dass es am Freitag nach der EZB konkrete Daten und Zahlen von der anderen Seite des Atlantiks gab.

Draghis Schritt und Sitzung zu verstehen, wird ohne Blick auf die USA kaum möglich sein. Daher ist die amerikanische Bestandsaufnahme auch Thema in diesem Podcast.

 

 

 

 

 

Inhalt:

  • Die Verdunkelung der Weltwirtschaft?
  • Zeit für Stahlhelme aus Gold?
  • Die alten ökonomischen Thermometer
  • aktuelle Wirtschaftsdaten USA
  • Konkrete Beispiele
  • Effekt Zinswende
  • Die Nationalökonomie braucht keine Zulieferung aus China
  • EZB-Entscheidungen
  • Banken ja, Wirtschaft nein
  • Die Rezession kommt
  • Geölte Maschine ohne Output
  • Die Strategie der EZB
  • Draghi macht den Euro politisch kaputt
  • Kursbetrachtung: Euro, Pfund, EURGBP, Gold und Silber

 

Begleitmaterial und Quellen, für Mitglieder zugänglich:


BREXIT - Die Seifenoper, Folge 23
EZB: Die wichtigste Entscheidung ist schon längst gefallen