Die offenbare geistige Armut der sozialistischen Lehren der Gegenwart wird nicht verhindern, dass sie sich der Massenseele einpflanzt. Ihre wahre Unzulänglichkeit im Vergleich zu jedem religiösem Glauben besteht darin:

Da das Glücksideal, das der (religiöse) Glaube in Aussicht stellt, nur in einem zukünftigen Leben verwirklicht werden sollte, so konnte niemand diese Verwirklichung bestreiten. Da das sozialistische Glücksideal sich auf Erden verwirklichen soll, so wird die Nichtigkeit der Verheißung sogleich bei den ersten Verwirklichungsversuchen an den Tag treten, und der neue (sozialistische) Glaube wird jeden Einfluss verlieren.

 

Seine Macht wird also nur bis zum Tage seiner Verwirklichung wachsen. Und deshalb wird die neue Religion, wie alle früheren, zunächst eine zerstörende Tätigkeit ausüben, ohne, wie sie, später eine schöpferische Rolle übernehmen zu können.

 

[Gutave Le Bon - Psychologie der Massen, aus dem Jahre 1911] 

 


 

EU - Der Untergang läuft längst | Podcast 18-2019
Der Aufstieg des Sozialismus