Die zurückliegende Handelswoche war schon eine von den anstrengenderen. Was ist schlimmer als Bewegung? Bewegung, die nicht einsetzen will, obwohl sie weiß, dass sie einsetzen wird. Am Freitag war es dann endlich soweit. Abverkauf beim EURUSD und wie versprochen auch beim Gold. Gute 30$ ging es von der 1842 abwärts, aber eben nach langem hin und her und erst am Freitag.

Nächste Kanne Wasser in den Wein, in die Abwärtsbewegung dann im Verlauf des Nachmittags auch noch ein kleinerer Shortsqueeze, so dass eine gewünschte finale Situation des Chartbildes wieder nicht erreicht wird.

Ähnliches beim EURUSD, auch hier bedarf es jetzt des genauen Blickes.

Der DAX als Forschungsobjekt zeigte hingegen die ganze Woche interessante Volatilität, mit einem ganz eigenen Resümee.

 

Die Premarkets an diesem Sonntag werden gleich starten, daher ein schneller Blick in die Charts.

 

EURUSD + Gold

Der 15 Minuten Chart vom Freitag zeigt: Endlich passiert, was prognostiziert war, der EURUSD schmiert nach unten weg. Der Kampf um die Trendlinie wurde aufgegeben. EURUSD-Shorts purzeln plötzlich in die hübscheren Gewinnzonen. Korrelierend dazu bricht auch das Gold nach unten weg. Die anvisierte USD-Stärke schlägt zu, und dies auch breitflächig, wenn man an dem Tage unterschiedliche Kurse beobachtet hat.

Alles richtig so weit. 

Zwischen 16:00 und 17:00 Uhr dann am Freitag mittelkräftige Gegenbewegung. Hier aber mit eindeutigem Shortsqueeze-Charakter bei Gold, so wie beim Euro (andere Kandidaten jetzt nicht behandelt). Was in so weit für eine US$ long Auslegung positiv ist, denn Shortsqueezes haben eben keinen Bestand.

Die dadurch entstandene charttechnische Situation gerade beim EURUSD ist dadurch aber nur minimal entspannter, als es den Rest der Woche über gewesen ist. Der Kurs weiter unter der Trendlinie und diese rutschte natürlich weiter tiefer. Von der Betrachtung her, immer noch grünes Licht für einen zwischenzeitlichen EURUSD Short bzw. USD long. Auch Gold zeigt, man ist einfach noch nicht fertig. Mein persönliches Target siedelt zwischen 1740 und 1750 US$ pro Unze.

Auf der Gegenseite steht der technische Handel. Eine Trendline, die tiefer rutscht, kann auch leichter überschritten werden und schon sind Kaufsignale generiert. Daher auch das etwas größere Bild vom Euro. 

Geht der Kurs über die 1,2150, dann wird ab 1,2155 vorläufig noch long gespielt. Die weiteren Retracementmarken wären dann 1,2205 und 1,2273.

Dies aber nur zur Vollständigkeit. Bisher zeigt der Kurs schon genau das, was er soll, er will halt vorläufig mal runter, statt rauf.

 

 

 

DAX

Das Dax Tier ist wirklich ein Kandidat für sich. Bullisch bis zum letzten Mann. Und das kann man ruhig von der Perspektive sehen, dass die Anlegerschaft auch dann noch Dax long predigt, wenn schon alles in Trümmern liegt. Man kann es nur wiederholen, der deutsche Aktienindex wird seine Rosskur erfahren. Das große Chartbild kündigt es mehrfach an, und der Chart holt sich immer, was ihm zu steht. Einzig die Frage bleibt, ab wann.

Für die heutige Betrachtung die 30 Minuten-Zeiteinheit der kompletten zurückliegenden Handelswoche.

Was sehen wir in dem Bild?

  • Der Dax ist recht faul. Wirkliche Bewegung gibt es eigentlich nur zur Börseneröffnung 09:00 in Frankfurt, allerspätestens um 10:00 Uhr. Dann noch ein zweites Mal am Tag, wenn es auf den Feierabend zu geht, ca. 17:00 Uhr. Dazwischen dominiert so etwas wie technischer Handel. Was sagen Durchschnitte gerade in den kleineren Zeiteinheiten, runter bis in den 1 Minutenchart. 
  • Weiterhin sehen wir in dem Bild, große rote Abverkaufskerzen, welche zu besagten Zeiten einsetzen. 09:00 Uhr ist ca. Ende des ersten Drittel des jeweiligen Tagesabschnittes. 17:00 Uhr ist ca. Anfang letztes Drittel des jeweiligen Tagesabschnittes. 
  • Die Abwärtsbewegungen passieren dann aber auch nicht ohne Indikation. Und hier bitte den Blick auf die 3 gleitenden Durchschnitte werfen. Der Weiße ist der 10er Exponentielle Durchschnitt. Die grün-rote Linie (Farbwechsel zu positiven od. negativem Kursverhalten) ist der 50er Exponentielle Durchschnitt. Die schwarze Linie ist der einfache 200er Durchschnitt.

Kreuzt der 10er den 50er von oben kommend nach unten, geht der Kurs abwärts. Kreuzt der 10er den 200er geht es richtig abwärts. Exemplarisch ist dafür zum Beispiel der Mittwoch. Selbes war aber auch am Freitag Vormittag zu beobachten. Allerdings auch am Montag. Besonders auffällig, dass diese Konstellation der Durchschnitte dann ausgerechnet zu benannten wichtigen Handelszeiten - Eröffnungsphase und Schlussphase auftritt.

Und nächste Merkwürdigkeit. Wenn sie an genau diesen Drehpunkten den Kursverlauf in kleineren Zeiteinheiten verfolgen, werden sie feststellen, dass bevor es zu diesen Abrutschen kommt, der Kurs je 3 mal versuchte, den Durchschnitt von der Abbruchkante wegzubewegen, allerdings auch nur halbherzig. Der 4. gescheiterte Anlauf ist dann die Kerze nach unten.

 

Was heißt das? So eine mathematische Präzision spricht für Handelsmaschinen. Man kann aber auch anders sagen. Wenn man weiß, wie Handelsmaschinen eingestellt sind und auf welche Signale sich horchen und was sie sie triggert, dann kann man sie auch gezielt triggern.

Und da regen sich die Leute über einen manipulierten Silbermarkt auf.... Die Anlegerschaft im Blech weiß wenigstens, das und wie sie berummst wird.

 

Viel Erfolg.

 

 


 

Wie angekündigt | Podcast 06-2021
Platin 1250 US-DOLLAR